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Miteinander in Stuttgart

Förderprogramm soll kinder- und hausärztliche Versorgung in der Stadt stärken

13.05.2026

Stuttgart erweitert sein Förderprogramm gegen den Ärztemangel auf Hausärzte. Zuschüsse sollen Praxisgründungen, Kooperationen und Anstellungen unterstützen. Hintergrund ist die überalterte Ärzteschaft und drohende Versorgungslücken.

Mehr als jeder dritte Kinderarzt in Stuttgart hat seinen 60. Geburtstag schon hinter sich. Bei den Hausärzten sieht es nicht viel anders aus. Die Altersstruktur in der Ärzteschaft sei besorgniserregend, heißt es in der Vorlage zur Förderrichtlinie zur Verbesserung der kinder- und jugendärztlichen sowie hausärztlichen Versorgung, die der Sozial- und Gesundheitsausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Integration, sagt: „Wir können nicht zuschauen, wie unsere Bürger verzweifeln. Deshalb haben wir das Unterstützungsprogramm für Kinderärzte aufgelegt und auf Hausärzte erweitert, weil sich dort das gleiche Problem stellt“. Professor Dr. Stefan Ehehalt, Leiter des städtischen Gesundheitsamts, betont: „Wir müssen handeln. An dem Programm führt kein Weg vorbei, um die strukturellen Nachteile, die eine Großstadt mit sich bringt, abfedern zu können.“

Bereits neun Förderanträge bewilligt

Im Rahmen des bisherigen Programms, das auf Kinder- und Jugendärzte begrenzt war, konnten bereits neun Förderanträge bewilligt werden. Dazu zählen zwei Gründungen von so genannten Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), also von gemeinschaftlich betriebenen Praxen, ein Einstieg einer Ärztin in eine bestehende Praxis sowie sechs Ärztinnen und Ärzte, die angestellt wurden. Aufbauend auf diesen Erfahrungen wird das Programm fortgeführt und erweitert. Falls das Regierungspräsidium Stuttgart den Doppelhaushalt 2026/2027 genehmigt, stehen dafür insgesamt 764 000 Euro zur Verfügung. Davon entfallen auf die finanzielle Unterstützung von Kinder- und Jugendärzten 150 000 Euro je Jahr. Die Ansiedlung von Hausärzten im Stadtgebiet wird mit je 220 000 Euro im Jahr 2026 und im Jahr 2027 gefördert. 20 000 Euro sind eingeplant, um das Programm außerhalb der Stadt bekannt zu machen und so auf die Attraktivität Stuttgarts als Gesundheitsstandort aufmerksam zu machen.

Auch besondere Notlagen werden berücksichtigt

Die Richtlinie sieht beispielsweise eine finanzielle Förderung von 40 000 Euro vor, wenn eine Einzelpraxis neu eingerichtet oder eine vorhandene übernommen wird. 80 000 Euro können Ärzte bekommen, die eine BAG gründen. Die Bedingung: Die Ärztinnen und Ärzte müssen mindestens drei Jahre auch in der Stadt praktizieren, ansonsten müssen sie den Zuschuss anteilig zurückbezahlen. Mit je 20 000 Euro können die Einrichtung von Zweigpraxen oder Beitritte zu einer ärztlichen Kooperation unterstützt werden. Die Anstellung eines Arztes wird mit bis zu 10 000 Euro bezuschusst. Kommen bestehende Arztpraxen durch besondere Umstände wie etwa hohe Sachschäden oder außergewöhnliche Belastungen durch Kündigung der Räume in eine finanzielle Schieflage, sodass die Praxis von der Schließung bedroht ist, kann eine Sonderförderung von bis zu 19 000 Euro beantragt werden. Auch für die Stadtbezirke, die bisher keine Kinder- und Jugendärzte oder Hausärzte haben, gibt es eine Sonderregelung. Für diese Bezirke kann eine zusätzliche Förderung von 40 000 Euro gewährt werden. Stand März 2026 gibt es in Stammheim, Botnang, Hedelfingen, Birkach, Plieningen und Mühlhausen keine pädiatrischen Niederlassungen.

Alle 23 Stadtbezirke verfügen laut der Vorlage aktuell über mindestens zwei Hausarztpraxen, sodass diese Regelung für Allgemeinmediziner im Moment nicht greift. Auch für die Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es eine spezielle Förderung. Damit reagiere man auf die besonders defizitäre Versorgung in diesem Bereich. Ziel sei es, in begründeten Ausnahmefällen diese Gruppe einzubeziehen, um die bestehenden Versorgungslücken in der Stadt zu schließen.

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