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Bei Florian Ellmenreich, Direktor des Historic South Tyrol Hotels Adria in Meran, sind es sogar geschätzte 60 Prozent: „Der Rest ist Erfahrung. Denn wer lange genug zuhört, weiß irgendwann schon vorher, was ein Gast gleich sagen wird – oder eben nicht sagt.“ Gute Gastgeber hören schließlich nicht nur Wünsche. Sie hören Zwischentöne: einen Nebensatz beim Frühstück, eine beiläufig erwähnte Vorliebe oder eine Stimmung. „Nur vom Zuhören kann man etwas vom Gast erfahren“, sagt Sparer. „Vielleicht hört man die eine oder andere Vorliebe heraus oder erahnt Stimmungen."
„Ich habe hier mehr erzählt als in den letzten Jahren“
Wie viel es bedeuten kann, wenn jemand tatsächlich zuhört, hat Ellmenreich mit einem alleinreisenden Gast erlebt. Anfangs sehr zurückhaltend, begann dieser nach einigen Tagen, kleine Geschichten zu erzählen – beim Frühstück oder bei zufälligen Begegnungen im Haus. Beim Abschied sagte er schließlich: „Ich habe hier mehr erzählt als in den letzten Jahren.“
„Man betreut Menschen nicht nur, sondern begleitet sie ein Stück“, sagt Ellmenreich. „Aus Gästen werden manchmal Stammgäste – und aus Stammgästen fast so etwas wie alte Bekannte.“ Gerade in den historischen Häusern von Historic South Tyrol gehört diese Form der persönlichen Gastfreundschaft zur Geschichte der Häuser. Wo manche Familien seit Generationen Gäste empfangen, werden eben nicht nur Gebäude und Traditionen weitergegeben, sondern auch Erinnerungen an Menschen und Begegnungen. Auch
Sparer schätzt genau diese Nähe: „Es ist schön, wenn Gäste sich öffnen und merken, dass man zuhört, weil es einen wirklich interessiert – und nicht nur, weil man sollte.“ |